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Kirchliche Ostersitten




Biete Euch hier einige interessante Informationen über kirchliche Ostersitten, Osterliturgien, Osterbräuche, Osterrituale zur Osterzeit, speziell aber zur Osternacht und zum Ostersonntag an.

Diese Texte wurden aus antiquarischen Büchern aus dem Jahr 1895 entnommen und für Euch zusammengestellt.





Osterbräuche






Die kirchlichen Ostersitten



Wie die Kirche in Bezug auf das alte Julfest umbildend verfuhr, so brauchte sie sich vollends in Bezug auf das altheidnische Frühlings - und Siegesfest des Lichts oft nur umbildend zu verhlaten. Hatte man sonst den Frühling als einen Erlöser vom Tode gefeiert, Winter und Tod ausgetrieben und den tapferen Überwinder im Spiele gepriesen, so war es nicht schwer, dem Volke in dem auferstandenen Lebensfürsten den vollen Sieg des Lichtes und des Lebens zu zeigen und das Nartürliche und Vergängliche auch hier nur als ein Gleichnis darzustellen. Merkwürdig und überraschend kamen sich die österlichen Volks- und Kirchensitten auf halben Wege entgegen.
Nach dem schmerzreichen Karfreitag, "aller Tage trübstem," wie ihn der altsächsische Heliand nennt, begann die Kirche in ahnungsvoller Hoffnung den Karsamstag. Zwar ruht der Leichnam des Herrn, mit Wunden bedeckt, noch im Grabe, doch leuchten schon die Strahlen der Osterhoffnung durch das trauernde Gemüt: Christi Wort und Tod verbürgt es, daß der Tod sein Opfer nicht behalten werde.
Der Tag der Grabesruhe des Herrn ist der sogenannte GROSSE SABBATH, der zwar mit Fasten und Wachen bis zum Sonnenaufgang des Ostermorgens begangen wird, der aber schon als letzter Tag des Passahfastens vom zweiten Jahrhundert an immer mehr einen gewissen festlichen Charakter annahm.Es ist der Tag der Vorfreude, der dies illuminata und dies vigiliarum, der zwar noch Fasttag, sich mit der Nachtfeier zu einem Freudenfest verwandelte, indem man mit freudigster Erwartung dem herrlichen Feste der glorreichen Auferstehung des Sieges über Tod und Grab entgegenharrte. Das ganze Werk der vollbrachten Erlösung stand schon lebendig vor der feiernden, mit Christo triumphierenden Gemeinde.
Diese Stimmung des frohen Harrens mußte noch gesteigert werden durch den Gedanken, daß der Gekreuzigte vor seiner Auferstehung als Sieger in den Hades, in das Totenreich hinabgestiegen sei, um denen, die in der alttestamentarlichen Zeit seiner geharrt, das Evangelium seiner Erlösung zu verkündigen, wie anderseits durch den Glauben, das Christus, wie er in dieser Nacht vom Tode zum Leben erstanden sei, so auch in ihr wiederkommen und die Weltherrschaft antreten werde, eine Erwartung, die Hieronymus unbedenklich schon auf apostolische Tradition zurückführt.
Diese Nacht heißt die Nox angelica, die Engel-Nacht. Denn Engel kamen vom Himmel und wälzten den Stein von des Grabes Tür. Auf die nox angelica folgt der Königstag, der dies regalies. Die Engelnacht begann schon am Karsamstage Nachmittag 3 Uhr und berührte sich mit dies regalis gegen 3-4 Uhr morgens, in dem Moment, in welchem mit dem ersten Strahl der Sonne das Halleluja erscholl, der Höhepunkt des ganzen Festes, in welchem die Heilsfreude der Kirche zu ihrem vollsten triumphierenden Ausdrucke kommt. Diese Engelnacht nennt der heil. Augustin die mater omnium vigiliarum, in qua totus vigilat mundus, und Lactantius sagt: Haec est nox, quae nobis propter adventum Regis et Domini nostri pervigilio celebratur; in ea vitam accepit, quum passus est, et postea orbis terrae regnum recepturus est. Diese Erwartung erneuert sich jährlich.
Als das Christentum Staatsreligion und die Kirche Staatskirche geworden war, wurde diese Engelnacht auch öffentlich glänzend gefeiert.
Kaiser Konstantin selbst, verbrachte die Nacht wachend und feiernd in der Gemeinde. So allgemein war das Wachen in die Volkssitte übergegangen, daß, wie Augustin berichtet, selbst die Heiden sich nicht der Ruhe überließen.
Kaiser Konstantin soll nach Eusebius diese Nacht sogar in den hellsten Tag verwandelt haben, so daß die Osternacht zu einem Lichtfest ohne gleichen wurde. Hohe Säulen von Wachs wurden in der ganzen Stadt angezündet, Fackeln und Lampen verbreiteten Tageshelle. Welch ein mächtiger Eindruck, wenn draußen die ganze Stadt beleuchtet war, und drinnen in der Kirche die ganze Gemeinde in weißen Kleidern feierte, wie sie die schon getauften zur Erinnerung an ihre Taufe, die anderen zum Fest der eigenen großen Tauffeier trugen, die in den ersten Jahrhunderten gerade in dieser Nacht stattfand.
Am Palmsonntage war den Katechumenen in der Gemeinde feierlich das apostolische Glaubensbekenntnis übergeben (tradere symbolum), am Donnerstage hatten sie daselbe in der Kirche vor dem Bischof oder den Presbytern abgelegt (reddere symbolum); in der Vigilie vor dem Auferstehungsfeste wurden sie getauft, nachdem die Konsekration des Taufwassers vorausgegangen war. Zunächst aber erfolgt nach Beendigung des Stundengottesdienstes, der horae canonicae für den Ostersamstag, die Weihe des neuen Feuers samt der Weihe der Passah- oder Osterkerze (benedictio cerei paschalis), eine Sitte, die noch heute in Übung ist, während erst Gregor der Große (590-604) jene Osterkerze erwähnt und zwar in einem Briefe, in welchem er dem kranken Bischof Marianus von Ravenna anrät, er möge die in seiner Gemeinde üblichen Weihegebete über die Osterkerze durch einen andern Prister verrichten lassen (Lib. XI, cap 33). Die Weihe des neuen Feuers aber war noch zu Papst Zacharias Zeit (714-752) in Rom unbekannt. Bonifatius hatte bei ihm angefragt, wie er sich gegenüber den deutschen ignes paschales verhalten solle. Zacharias gibt ihm eine Antwort, welche zeigt, daß ihm diese Sitte unbekannt war (eo. 87). Die Kirche hat dann dieselbe zu ihren liturgischen Zwecken umgebildet und in den Dienst ihres Lebens gezogen, wenn auch in veränderter Gestalt. Hundert Jahre nach Papst Zacharias wird die kirchliche Sitte der Weihe des neuen Feuers in einer Homilie Leos IV. (847-851) schon als bestehend angedeutet.
Nach der Beendigung der horae canonicae nämlich wird vor den Kirchtüren aus einem Feuerstein Feuer geschlagen und von dem so gewonnenen Feuer werden Kohlen angezündet. Der Prister erscheint mit seinen Administranten zur Weihe des neuen Feuers und einiger Weihrauchkörner, fünf an der Zahl. Die neuangebrannten Kohlen kommen in das Rauchfaß. Das "Neue Feuer" und die Weihrauchkörner werden besprengt und beräuchert mit den Worten: "Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde."
Indessen sind alle Lichter, die bis dahin in der Kirche brannten, ausgelöscht worden. Die Geistlichkeit tritt in Prozession ein, der Diakon trägt ein Rohr mit drei Kerzen.
Sowie sie die Kirche betreten haben, zündet er eine der Kerzen mit dem neuen Feuer (novus ignis) an.
Die ganze Gemeinde fällt auf die Knie; der Diakon singt Lumen Christi und jene antwortet: Deo gratias. Offenbar soll also dies Licht Christum symbolisieren, der ja sagt. "Ich bin das Licht der Welt." Durch ihn ist der Welt neues Licht und Leben geschenkt.
In der Mitte der Kirche wird die zweite, weiterhin die dritte Kerze angezündet. Ist man am Altare angekommen, so stimmt der Diakon jenen Hymnus auf Christus, als auf das große, der Welt neu aufgegangene Licht an:
Exultet jam angelica turba coelorum.
Dann beginnt er eine Präsation auf diese Nacht, in der die Väter durch das rote Meer gegangen. Nun befestigt er jene fünf Weihrauchkörner in Kreuzesform - zur Erinnerung an die fünf Wunden Christi - an eine große Kerze. Cereus paschalis genannt.
Vermutlich ist diese Sitte der Osterkerze aus der gallischen Kirche des 5. und 6. Jahrhunderts nach Italien gekommen; in Rom wurde sie im 7. oder 8. Jahrhundert, heimisch und ebenso auch in England; Beda venerabilis (+ 735) gedenkt des cereus paschalis bereits.
Zuletzt wird die Osterkerze von dem neuen Feuer der Kerzen enes Rohrs und dann werden auch die übrigen Lampen der Kirche angezündet. Der Diakon bittet Gott, daß er diese, zu seines Namens Ehre geweihte Kerze zur Verherrlichung der Dunkelheit dieser Nacht gereichen lassen wolle, der seligen Nacht, welche die Ägypter beraupt, die Israeliten bereichert haben. Der Morgenstern soll die Kerze noch brennend finden, der Morgenstern, der den Untergang noch nicht kennt. - Die Ostertage aber, die von dem neu gewonnenen Feuer zuerst angebrannt war, mußte hiernach nun das ganze Jahr über bei jedem Hauptgottesdienst brennen.
Von diesem heiligen, noch in dem sog. ewigen Licht das ganze Jahr forterhaltenen Feuer holten dann am Ostersonntage die Gemeindeglieder, um das ausgelöschte Herdfeuer wieder anzuzünden. Solche Osterkerzen wogen oft 60-100 Pfund und waren pyramidenartig gestaltet; wegen ihrer Größe heißt die Kerze daher auch öfters columna paschalis.

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